Apps auf Rezept bei Depression


Deprexis

deprexis ist ein interaktives onlinebasiertes Selbsthilfeprogramm zur Therapieunterstützung von Patienten mit Depressionen und depressiven Verstimmungen, die mindestens 18 Jahre alt sind. Das Programm soll in Ergänzung zu einer sonst üblichen Behandlung (zum Beispiel beim Haus-, Facharzt oder Psychotherapeuten) eingesetzt werden. deprexis basiert auf etablierten psychotherapeutischen Ansätzen und Verfahren insbesondere der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT). Die Wirksamkeit von deprexis wurde in mehreren klinischen Studien untersucht. In diesen Studien zeigte sich, dass Patienten, die zusätzlich zu einer üblichen medizinischen Versorgung deprexis nutzten, deutlich weniger depressive Beschwerden hatten als Patienten, die nur eine übliche medizinische Versorgung erhielten. Die Verordnungsdauer von deprexis beträgt 90 Tage.

Nutzen

 

Deprexis ist eine digitale Gesundheitsanwendung für Menschen mit einer unipolaren Depression oder depressiven Verstimmungen, die mindestens 18 Jahre alt sind. deprexis verfolgt das Ziel, depressive Symptome zu reduzieren. Das Programm soll in Ergänzung zu einer sonst üblichen Behandlung (zum Beispiel beim Haus-, Facharzt oder Psychotherapeuten) eingesetzt werden.

Deprexis basiert auf etablierten psychotherapeutischen Ansätzen und Verfahren insbesondere der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT).
Deprexis weist folgende Struktur auf: Zunächst werden die Zielsetzung und wesentlichen Funktionen des Programms erläutert. Dann vermittelt das Programm folgende Inhalte:

Verhaltensaktivierung: Erläuterung des Zusammenhangs zwischen aufbauenden und verstärkenden Aktivitäten und Depression sowie Vorstellung des Konzepts der psychologischen Grundbedürfnisse (zum Beispiel Kompetenz, Autonomie, soziale Eingebundenheit), deren Befriedigung durch entsprechende Aktivitäten erreicht werden kann.

Kognitive Umstrukturierung: Erläuterung zum Umgang mit depressionsfördernden automatischen Gedanken und kognitiven Verzerrungen (z. B. Katastrophisieren, emotionale Beweisführung). Es werden verschiedene Techniken vorgestellt, mit denen negative Gedanken oder kognitive Verzerrungen erkannt und hinterfragt werden können bzw. dabei helfen können, sich von ihnen emotional zu distanzieren.

Entspannung, körperliche Aktivität und Lebensstiländerungen: Vorstellung verschiedener Entspannungstechniken zum Umgang mit Stress (z.B. Atemübungen, meditative Visualisierungsübungen, progressive Muskelentspannung) und Bedeutung von Lebensstiländerungen (z.B. gesunde Ernährung, körperliche Aktivität) für das psychische Wohlbefinden.

Akzeptanz und Achtsamkeit: Erläuterung der Schwierigkeiten, unerwünschte Gedanken und Gefühle kontrollieren oder unterdrücken zu wollen, und Vorstellung der Möglichkeit, derartige Gedanken und Gefühle als solche akzeptieren und mit ihnen umgehen zu lernen. Ferner werden Patienten darin unterstützt, persönliche Werte und Ziele zu reflektieren und diese trotz des Auftretens belastender Gedanken und Gefühle aktiv zu verfolgen. Die Inhalte in diesem Abschnitt folgen den Prinzipien der kognitivverhaltenstherapeutischen Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT).

Problemlösung: Erläuterung, wie man mit Problemen strukturiert umgehen und Lösungsmöglichkeiten entwickeln und umsetzen kann. Die Inhalte in diesem Abschnitt folgen den Prinzipien des verhaltenstherapeutischen Problemlösetrainings.

Erfahrungen aus der Kindheit: Verhaltenstherapeutisch orientierte Vorstellung des Zusammenhangs früher Lernerfahrungen mit dem späteren Auftreten einer Depression und Erläuterung zum Umgang mit früheren problematischen Erfahrungen in der Kindheit.

Zwischenmenschliche Fähigkeiten: Verhaltenstherapeutisch orientierte Erläuterung des Zusammenhangs zwischen dem eigenen Verhalten gegenüber anderen Menschen und der Depression. Vorstellung, wie man positiv mit anderen Menschen kommunizieren kann und welche Auswirkungen dies auf die Stimmung haben kann.

Positive Psychologie: Verhaltenstherapeutisch orientierte Erläuterung der Kernelemente positiver Psychologie (z.B. Ressourcenaktivierung) mit Fokussierung auf Exploration der persönlichen Stärken und Talente (anstatt Problem- bzw. Pathologie-Fokus).

Traumarbeit (optional): Verhaltenstherapeutisch orientierte Vorstellung vom Umgang mit Träumen als Ansatz für Problemlösungen im Alltag.

Zusammenfassung der wichtigsten Schlüsselprinzipien und Techniken. deprexis kann innerhalb eines Zeitraums von 90 Tagen nach erstmaliger Registrierung genutzt werden. Es wird empfohlen, deprexis ein- bis zweimal wöchentlich für jeweils mindestens eine halbe Stunde zu nutzen.

deprexis stellt eine reine webbasierte Anwendung dar. Eine Installation ist nicht erforderlich. Jedoch werden für die Nutzung von deprexis ein Internetzugang und ein aktueller Webbrowser benötigt.

Funktionen der digitalen Gesundheitsanwendung

deprexis weist eine Haupt- und mehrere unterstützende Nebenfunktionen auf. Die Hauptfunktion besteht in einem „Dialog“. Das bedeutet, dass deprexis dem Nutzer kurze Informationen anbietet und der Nutzer dann aus einer festgelegten Anzahl von vorgegebenen Antwortmöglichkeiten diejenige auswählt, die ihn/sie am meisten interessiert und/oder am besten zur individuellen Situation passt. deprexis geht dann auf diese Antwortmöglichkeit empathisch ein und vermittelt nachfolgend die nächste Information, auf die der Nutzer dann wiederum reagieren kann usw. Auf diese Weise entsteht eine Kommunikationsdynamik.

Patienten werden zudem dazu motiviert, Hausaufgaben zu bearbeiten. Der Nutzer kann deprexis zu jeder Zeit unterbrechen und dann an der Stelle fortfahren, an der er/sie das Programm verlassen hat. Nutzer werden regelmäßig daran erinnert, Pausen einzulegen.
deprexis verfügt über eine Reihe weiterer Funktionen. Hierzu gehören:
Kurze Textnachrichten als SMS (optional) oder per E-Mail, die wesentliche therapeutische Inhalte kurz und prägnant wiederholen oder zur weiteren Nutzung von deprexis motivieren.
Möglichkeit der Selbsteinschätzung des Verlaufs der Beschwerden mit Hilfe von Fragebögen.
Arbeitsblätter, Übungen (Trainings) und Zusammenfassungen (PDF) zur Unterstützung der Umsetzung der Übungen und zum Wiederholen wichtiger Inhalte, die heruntergeladen werden können.
Audios zur Anleitung therapeutischer Übungen oder zur näheren Erläuterung bestimmter Inhalte. 


Informationen & Plattformen:

Webseite
Gebrauchsanweisung
DiGA Verzeichnis
Selbsttest Depression
AGB
Studien
Für Ärzte

Indikationen:

Patientengruppe

 

F32.0 Leichte depressive Episode
F32.1 Mittelgradige depressive Episode
F32.2 Schwere depressive Episode ohne psychotische Symptome
F33.0 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig leichte Episode
F33.1 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig mittelgradige Episode
F33.2 Rezidivierende depressive Störung, gegenwärtig schwere Episode ohne psychotische Symptome

Geeignete Altersgruppen

Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren
Erwachsene älter als 65 Jahre

Die DiGA ist nicht anzuwenden bei folgenden Diagnosen (Kontraindikationen gemäß ICD-10)

F20 Schizophrenie
F23 Akute vorübergehende psychotische Störungen
F25 Schizoaffektive Störungen
F31 Bipolare affektive Störung
R45.8 Sonstige Symptome, die die Stimmung betreffen 

 
Eigenschaften:

Keine Zuzahlung
Keine Zusatzgeräte
Sprachen: 9

Sonstiges

Aufnahme DiGA Verzeichnis am 20.02.2021
Standort der Datenverarbeitung: Deutschland
Risikoklasse: I nach MDD
Dauerhaft aufgenommen
IK Nummer:  580200024 



Verordnung:

Deprexis 001 00450001
PZN 17265872
F32.0, F32.1, F32.2, F33.0, F33.1, F33.2
Kosten Kasse brutto: 297,50 € 

Unternehmen: 

GAIA AG | Hans-Henny-Jahnn-Weg 53 | 22085 Hamburg
+49 800 33 77 394 | info@deprexis.de

Vertretungsberechtigter Vorstand: Dr. Mario Weiss (Vorsitzender)
Registergericht: Amtsgericht Hamburg
Registernr.: HRB 82741 | USt-IdNr.: DE185857998
 
Vertrieb: SERVIER Deutschland GmbH
Elsenheimerstraße 53, 80687 München