Apps auf Rezept bei Angststörungen und Panik


Velibra

 

 

velibra ist ein webbasiertes Programm für Patienten mit einer generalisierten Angststörung, einer Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie oder einer sozialen Angststörung. velibra vermittelt etablierte Methoden und Übungen der Kognitiven Verhaltenstherapie - einer sehr gut wissenschaftlich untersuchten Form der Psychotherapie. Das Programm ist als Ergänzung zu einer sonst üblichen Behandlung (zum Beispiel durch den Hausarzt) für Patienten vorgesehen, die mindestens 18 Jahre alt sind. velibra ist zur Eigenanwendung durch den Patienten für 180 Tage bestimmt. Die Wirksamkeit von velibra wurde in einer klinischen Studie untersucht und in einer sehr angesehenen wissenschaftlichen Fachzeitschrift veröffentlicht. An dieser Studie nahmen 139 Patienten teil, die an einer generalisierten Angststörung, einer Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie oder einer sozialen Angststörung litten. In dieser Studie zeigte sich, dass Patienten, die zusätzlich zu einer hausärztlichen Behandlung velibra nutzten, deutlich geringere Angst- und depressive Beschwerden hatten als Patienten, die nur eine hausärztliche Behandlung erhielten. Die Verordnungsdauer von velibra beträgt 90 Tage. Zur Stabilisierung der Effekte ist eine Nutzung für 180 Tage empfohlen.

 
Nutzen:


Velibra ist eine digitale Gesundheitsanwendung für Menschen, die mindestens 18 Jahre alt sind und an einer generalisierten Angststörung, einer Panikstörung mit oder ohne Agoraphobie oder einer sozialen Angststörung leiden. Unter Agoraphobie versteht man eine starke Angst vor bestimmten Orten oder Situationen, in denen eine Panikattacke befürchtet wird. velibra verfolgt das Ziel, die verschiedenen Symptome dieser Angststörungen zu reduzieren. Zu diesen Symptomen gehören beispielsweise Ängste vor sozialen Situationen, Panik-Symptome (zum Beispiel Herzklopfen, Schweißausbrüche, Zittern, Atembeschwerden, Übelkeit oder Schwindel), oder unkontrollierbare
Sorgen. Das Programm soll in Ergänzung zu einer sonst üblichen Behandlung (zum Beispiel beim Hausarzt) eingesetzt werden.

Der Arzt soll dabei entsprechend der üblichen Behandlung vorgehen; d. h., er sollte sich, falls möglich, an den Leitlinien für die Behandlung von Angststörungen orientieren, einen individuellen Behandlungsplan erstellen und Faktoren wie die Krankheitsschwere, Komorbidität, psychosoziale Rahmenbedingungen und

Patientenpräferenzen berücksichtigen. Die „übliche Behandlung“ kann dann ggf. sowohl Psychotherapie als auch Pharmakotherapie beinhalten, allerdings können auch keine dieser beiden Methoden zum Einsatz kommen, wenn dies nach dem Ermessen des Arztes indiziert ist (z.B. bei Patienten mit einer einmalig aufgetretenen Panikattacke). Der behandelnde Arzt kann erwägen, verschiedene zusätzliche Elemente zu empfehlen (z. B. Sport). velibra basiert auf etablierten psychotherapeutischen Ansätzen und Verfahren insbesondere der kognitiven
Verhaltenstherapie.

velibra weist folgende Struktur auf: Zunächst werden die wesentlichen Funktionen des Programms sowie die Zusammenhänge von Angststörungen erläutert. Ferner können Patienten hier angeben, welche Beschwerden im Vordergrund stehen. Dann vermittelt das Programm folgende Inhalte:
• Umgang mit angstfördernden Gedanken. Es wird zum Beispiel erläutert, was automatische Gedanken sind, wie es zu gedanklichen Fehleinschätzungen (z. B. Katastrophisierungen) kommt und wie man sich von nicht hilfreichen Gedanken distanzieren kann.
• Achtsamkeit. Es werden unterschiedliche Entspannungstechniken vorgestellt und Hintergründe erläutert, warum diese Übungen und Ansätze bei Angststörungen hilfreich sind.
• Verständnis der Rolle der Exposition bei der Angstbehandlung. Störungsspezifisch werden Beispiele genannt und näher erläutert. Hierbei wird auch auf die Funktionalität von Annäherungs- und Vermeidungsverhalten bei Ängsten eingegangen.
• Soziale Fertigkeiten, soziale Unterstützung und zwischenmenschliche Beziehungen. Neben Vorschlägen zur Verbesserung der zwischenmenschlichen Beziehungen wird auch die Behandlung spezifischer angstbezogener sozialer Situationen (z. B. öffentliche Vorträge) näher erläutert.
• Zusammenfassung der wichtigsten Schlüsselprinzipien (insbesondere Akzeptanz, Exposition, Annäherungsfokus und Selbstmitgefühl) und Erläuterung anhand einer Fallgeschichte. Ferner werden Empfehlungen gegeben, wie das Risiko für Rückfälle gesenkt werden kann.
Jeweils am Ende der ersten fünf Themen folgt ein Training. Hierbei werden zum Beispiel Fotos, Worträtsel oder Audiosequenzen gezeigt, die unterschiedlich interpretiert werden können. Es werden Übungen zur positiven Interpretation der dargebotenen Szenen angeboten. Ziel dieser Trainings ist es, automatisierte Denkmuster so zu verändern, dass eigentlich harmlose Szenen nicht mehr automatisch als Gefahren oder Bedrohungen interpretiert werden.
velibra kann innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen nach erstmaliger Registrierung genutzt werden. Es wird empfohlen, velibra ein- bis zweimal wöchentlich für jeweils mindestens eine halbe Stunde zu nutzen. Velibra stellt eine reine webbasierte Anwendung dar. Eine Installation ist nicht erforderlich. Jedoch werden für die Nutzung von velibra ein Internetzugang und ein aktueller Webbrowser benötigt.

Funktionen der digitalen Gesundheitsanwendung

velibra weist eine Haupt- und mehrere unterstützende Nebenfunktionen auf. Die Hauptfunktion besteht in einem Dialog. Das bedeutet, dass velibra dem Nutzer kurze Informationen anbietet und der Nutzer dann aus einer festgelegten Anzahl von vorgegebenen Antwortmöglichkeiten diejenige auswählt, die ihn/sie am meisten interessiert und/oder am besten zur individuellen Situation passt. velibra geht dann auf diese Antwortmöglichkeit empathisch ein und vermittelt nachfolgend die nächste Information, auf die der Nutzer dann wiederum reagieren kann usw. Auf diese Weise entsteht ein Flow. Patienten werden zudem dazu motiviert, Hausaufgaben zu bearbeiten, die dann im folgenden Abschnitt erneut besprochen werden. Der Nutzer kann velibra zu jeder Zeit unterbrechen und dann an der Stelle fortfahren, an der er/sie das Programm verlassen hat. Nutzer werden regelmäßig daran erinnert, Pausen einzulegen. velibra verfügt über eine Reihe weiterer Funktionen. Hierzu gehören:
Kurze Textnachrichten als SMS (optional) oder per E-Mail, die wesentliche therapeutische Inhalte kurz und prägnant wiederholen oder zur weiteren Nutzung von velibra motivieren.
Möglichkeit der Selbsteinschätzung des Verlaufs der Beschwerden mit Hilfe von Fragebögen.
Arbeitsblätter, Übungen (Trainings) und Zusammenfassungen (PDF) zur Unterstützung der Umsetzung der Übungen und zum Wiederholen wichtiger Inhalte, die heruntergeladen werden können.
Audios zur Anleitung therapeutischer Übungen oder zur näheren Erläuterung bestimmter Inhalte.


Informationen & Plattformen:

Webseite
Gebrauchsanweisung
DiGA Verzeichnis
Für Ärzte und Psychotherapeuten
Studien

Indikationen: 

 

Patientengruppe

F40.01 Agoraphobie: Mit Panikstörung
F40.1 Soziale Phobien
F41.0 Panikstörung [episodisch paroxysmale Angst]
F41.1 Generalisierte Angststörung

Geeignete Altersgruppen

Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren

Versorgungsdauer: 90 Tage

Die DiGA ist nicht anzuwenden bei folgenden Diagnosen (Kontraindikationen gemäß ICD-10)
F20 Schizophrenie
F23 Akute vorübergehende psychotische Störungen
F25 Schizoaffektive Störungen
F31 Bipolare affektive Störung
R45.8 Sonstige Symptome, die die Stimmung betreffen 

 
Eigenschaften:

Keine Zuzahlung
Keine Zusatzgeräte
Sprachen: Zwei

Verordnung:
velibra 001 00316001
PZN 16879359
F40.01, F40.1, F41.0, F41.1
Kosten Kasse brutto: 476,00 € 

IK Nummer: 580200024 


Sonstiges

Aufnahme DiGA Verzeichnis am 01.10.2020
Standort der Datenverarbeitung: Deutschland
Risikoklasse: I nach MDD
Dauerhaft aufgenommen

Unternehmen: 

 

 GAIA AG
Hans-Henny-Jahnn-Weg 53
22085 Hamburg
info@velibra.de
Vertretungsberechtigter Vorstand: Dr. Mario Weiss (Vorsitzender)
Registergericht: Amtsgericht Hamburg
Registernr.: HRB 82741
USt-IdNr.: DE185857998